SoLawi Cést la vie KW 49

Liebe SoLawi- Teilnehmer und Teilnehmerinnen,

 

die Tage werden kürzer und grauer, dabei sind die Temperaturen bisher äußerst mild. So müssen wir um die frostempfindlichen Kulturen, die noch draußen sind, nicht bangen und konnten vergangene Woche noch so schönen Brokkoli ernten. Unser Anliegen ist es, Euch möglichst lange mit frischem, vitaminreichem, gesundem Gemüse aus dem nordhessischen Freiland zu versorgen, da wir bisher kein eigenes Gewächshaus haben. Dabei experimentieren wir jeden Herbst, loten aus, was geht, was robust durch den Spätherbst kommt, arbeiten mit Vliesabdeckung gegen den ersten Frost, denn viele Gemüse und Kräuter sind sehr frostempfindlich bzw. fäulnisempfindlich im Herbst. Bei wechselnder Witterung, wie diesen Herbst, ist das nicht einfach. So hatten wir den Endiviensalat zum Schutz gegen den ersten Frost mit Vlies abgedeckt. Dann ist es mild geworden und er hat unterm Vlies rasant Fäulnis entwickelt. Wir versuchen zu ernten, was unserer Meinung nach noch verwertbar ist. Ihr müßtet den Endivien dann zügig verarbeiten.

 

Als robustes Kraut für den Spätherbst hat sich der Sauerampfer erwiesen. Wir mögen seine saure, frische Note gerne im Salat. Eine Teilnehmerin hat uns erzählt, sie hat ihn zu leckerem Sauerampferpesto verarbeitet. Auch eine Idee! In Oberellenbach war er nicht so beliebt und ist viel in der Pluskiste gelandet. Na, vielleicht entdeckt der ein oder andere nächstes Jahr die Sauerampferqualitäten...

 

Noch ein Wort zur Verteilung: Auf dem Netzwerktreffen konnten wir feststellen, daß jede SoLawi mehr oder weniger ihr eigenes Verteilsystem hat. Eine Teilnehmerin hat uns gerade geschrieben, daß ihr der kleine Anteil zu klein und der große zu groß ist. Da wir von den meisten Teilnehmern positives Feedback bekommen, werden wir von uns aus unser Verteilsystem nicht komplett über Bord werfen. Ermutigen möchten wir Euch aber, untereinander in Kontakt zu gehen, zu tauschen oder jemanden direkt zu geben, was Euch zu viel ist. Denn der Bedarf und die Vorlieben sind individuell und es ist schwierig von unserer Seite da detaillierter drauf einzugehen. Wir könnten z.B. auch eine Gruppe, die sich gut kennt, mit einer entsprechenden Menge Gemüse beliefern und diese Gruppe teilt komplett frei bedarfsgemäß unter sich das Gemüse. Wolfgang Stränz, eine bedeutende Persönlichkeit der SoLawi- Bewegung, meinte es geht nicht um eine gerechte Verteilung, sondern um eine solidarische Verteilung. Dies ist etwas komplett Neues im Wirtschaftsleben, aber wir würden unter unserem menschl. Potential bleiben, wenn wir uns nicht darin üben würden, so Wolfgang. Wie bedarfsgerechte Entnahme praktisch gut funktionieren kann, weiß ich noch nicht genau. Vielleicht probieren wir es jetzt ab und an mal mit einzelnen Gemüsearten zur freien Entnahme. Ans Herz legen möchte ich Euch doch immer wieder, im Bewußtsein zu tragen, daß wir keine Abokiste sind, sondern daß ihr mit uns Anbauern das Anbaurisisko teilt und unter Euch das Gemüse! d. H. beim Abholen an die denkt, die nach Euch kommen.  Daß Ihr gesellschaftliche Veränderung ganz praktisch anschiebt mit Eurem wöchentlichem Gang zur Abholstelle! Das war das Wort zum Montag . Wir freuen uns auf Eure Kommentare! Bitte gebt uns auch bescheid, wenn etwas zu wenig oder zu viel oder zu selten im Angebot ist.

 

Noch etwas zur Politik: Günter war letzte Woche auf der hessischen Ökogärtnerfortbildung. Da ging es im Bericht aus den Anbauverbänden darum, daß Bioland jetzt auch an Lidl liefert (bisher haben die Anbauverbände nur an den Fachhandel geliefert). Prompt war das erste Angebot bei Lidl Topfkräuter von einem sehr großen Hersteller (Papenburg) für 1,11 € der Topf! Bisherige Preise dieses Herstellers bei REWE 1,39 €, sonstiger LEH 1,69 €. Marktgärtner brauchen eher um die 2 €. Die Frage ist, wird unter Einstandspreis verkauft, was nahe liegt? Aber es zeigt, wie auch der Bioanbau unter dem ruinösen Preisdiktat der Ketten den Spielraum für nachhaltige Produktion verliert. Ein anderes Beispiel: ein Großerzeuger, 240 ha landwirtschaftliche Fläche, 75 ha Gemüseanbau!! hat Angst davor, daß die großen (ca. 1000 ha) noch konventionellen Erzeuger auch auf Bio umstellen  (was zu erwarten ist) und damit der Preisdruck weiter steigt. (Dieses Jahr wurden in Hessen bereits über 10.000 ha Fläche umgestellt!) Das heißt, auch hier geht die Schere auseinander: auf der einen Seite Massenproduktion, die Mitte der nachhaltigen KLeinbetriebe schwindet, nur gemeinschaftlich getragene Initiativen wie z. B. Solawis können dagegen bestehen und weiterhin Qualität anbieten bei gleichzeitig schonendem Umgang mit der Natur!

 

Zur letzten Abholung in der KW 51: Die Abholungen finden, wie immer statt. Nur wer möchte, kann seinen Weihnachtsanteil auch in jener Woche in Oberellenbach am Freitag  von 17 bis 19 Uhr abholen. Dort stehen Apfelpunsch und Plätzchen bereit und wir trällern aus voller Brust Weihnachtslieder! Wer statt in seine übliche Verteilstelle zu uns nach Oberellenbach kommen möchte, gebe uns bitte bis zum 15.12. bescheid!  -  Dann sind 2 Wochen Lieferpause! Die ersten Lieferungen im neuen Jahr sind dann am 8. und 11. Januar. Daher werden die nächsten Anteile auch mehr Lagergemüse enthalten, damit Ihr über die Feiertage kommt.

 

Ein Lagertip für Bewohner von warmen, trockenen Neubauhäusern: in einer nassen Kiste in der Garage oder im Lichtschacht der Kellerfenster sind kühle und feuchte Lagerbedingungen!

 

Euer Anteil diese Woche:

 

- Endivien

 

- Herbstrübchen, gelbe Petrowski und weißviolette Blanc globe a collet violett, roh übrigens auch sehr lecker, die weißen etwas schärfer, die gelben mild!

 

- Mangold, verschiedene Sorten

 

- gelbe Beete

 

- Petersilienwurzel mit Laub (Laub abschneiden und ins Wasser stellen oder gleich verwenden, evtl. machen wir das noch)

 

- Zwiebeln rot

 

- Möhren

 

- Äpfel

 

- Kartoffeln, wieder Sorte Almonda, diesmal aber 2 und 3kg im Hinblick auf die Lieferpause

 

Es grüßt Euer kleines Team mit Günter, Dörte und Christine! Sascha ist diese Woche auf Ausbildungskurs.